Warum du an der Börse ein Visionär sein musst

Hast du Visionen? Falls nein, empfehle ich dir spaßeshalber einfach etwas rumzuspinnen, zu träumen und persönliche Visionen und Ziele zu entwerfen. Wo willst du in zwei, fünf oder zehn Jahren stehen? Was ist dir besonders wichtig und wovon träumst du?

Mache es. Einfach so. Ohne Hintergedanken!

Und sei bewusst unrealistisch. Dir schaut keiner zu. Stecke deine Visionen und Ziele bewusst so hoch, dass dir das alles irgendwie abstrakt vorkommt. Ob deine Ziele realistisch oder umsetzbar sind, ist völlig egal!

Du bist auf dem richtigen Weg, wenn andere dich für bekloppt halten würden. Oder deine Visionen zumindest als unrealistisch abstempeln.

Visionären sind übliche Konventionen egal

Mir kam die Idee zu diesem Artikel während meiner New-York-Reise Anfang Mai. Wenn du das erste Mal durch die Straßen New Yorks ziehst, bist du von den Eindrücken und vor allem von den unzähligen Wolkenkratzern geflasht.

Wäre eine Stadt wie New York ohne Visionen entstanden? Nein! Viele Menschen denken in viel zu engen Bahnen. Sie sind in Konventionen gefangen und glauben nur an das, was die Allgemeinheit für realistisch hält.

Hätte es keine Menschen mit wirklichen Visionen gegeben, würde ganz New York heute – wenn überhaupt – aus maximal fünfstöckigen Gebäuden bestehen ;-)

Es gab somit Pioniere – oder besser Visionäre – die den Traum von imposanten Gebäuden weit über den üblichen Dimensionen hatten. Das Empire State Building hat eine architektonische Höhe von 381 Metern und ist heute längst nicht mehr das höchste Gebäude der Welt.

Was hat das Ganze mit der Börse zu tun?

Auch an der Börse denkt die Masse der Anleger meist in viel zu eng gefassten Bahnen. Viele Anleger orientieren sich am Durchschnitt und stempeln außergewöhnliche Szenarien als unrealistisch ab. Sie halten einen DAX-Anstieg von 7 % für realistisch. Einen Anstieg von 30 oder 40 % in einem Jahr hingegen für utopisch.

Tatsächlich wurde aber eine Rendite von knapp dreißig oder mehr Prozent in guten Börsenjahren bereits mehrfach erreicht.

Vorletztes Jahr schaffte der DAX respektable 25,48 %, im Jahr 2012 fast 30 %, 2003 sehr gute 37,08 % und im Jahr 1997 phänomenale 47,11 % (nachdem übrigens 1996 mit einem Plus von 28,17 % auch schon blendend lief).

Nochmal zur Erinnerung: Wir reden hier von Renditen, die der Markt in einem einzigen Jahr schaffte.

Das sind nur wenige Beispiele aus der jüngeren Geschichte. Es lassen sich zahlreiche weitere Spitzenjahre finden. Starke Zuwächse sind in positiven Börsenjahren somit kein seltenes Phänomen, sondern eher die Regel.

Orientiere dich nicht am Durchschnitt. Oft passiert an der Börse gerade das, mit dem die wenigsten rechnen. Und oft kitzelt die Börse eben die Extreme nach oben – aber natürlich auch nach unten – heraus.

Genau dazu ist die obige Übung gut. Lerne weiter – außerhalb der üblichen Konventionen – zu denken. An der Börse wird dir eine solche Denkweise weiterhelfen.

Ein wirklich utopisches Börsenszenario!?

Langfristig wird noch deutlicher, warum durchschnittliches Denken ohne Visionen an der Börse gefährlich ist.

Im Tief des Bärenmarktes 1974 notierte der S&P 500, der die Entwicklung des US-Aktienmarktes sehr  gut widerspiegelt, bei 60,96 Punkten. Vor dem Crash 1987 (also rund 13 Jahre später) erreichte der Index ein Hoch bei 337,89 Punkten.

Das sind 454,28 % Gewinn!

Und der US-Gesamtmarkt ist mit Sicherheit keine kleine Zockeraktie ;-)

Nach dem kurzen Intermezzo 1987 stieg der Markt bis zum Jahr 2000 auf 1.553,11 Punkte! Zur Erinnerung: rund 26 Jahre zuvor notierte der S&P 500 bei lediglich 60,96 Punkten.

Hättest du 1974 einen Anstieg von 2.447,75 % (!) für die darauffolgenden Dekaden vorhergesagt, hätten dich die meisten Menschen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht ernst genommen.

Keine einmalige Sache

Und auch dieses Extrem-Szenario ist kein einmaliges Phänomen in der Geschichte. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges begann ebenfalls eine über Jahre andauernde Rally. Insbesondere ausgeprägte Bärenmärkte und lange Seitwärtsbewegungen legen häufig den Grundstein für solche Mega-Rallys.

Und heute?

Die Geschichte wird sich nicht 1:1 wiederholen. Definitiv nicht!

Da aber der zurzeit laufenden Rally ebenfalls eine über viele Jahre andauernde Seitwärtsbewegung vorangegangen ist, lässt sich die Ausgangslage mit der Rally nach 1974 durchaus vergleichen.

Übertragen wir daher spaßeshalber die zuvor genannte 2.447,75 % – Rally auf die aktuelle Situation. Dazu zunächst der folgende Chart:

Chart S&P 500 Rally

Ein solcher Vergleich macht natürlich nur Sinn, wenn sich eine gewisse Parallele erkennen lässt. Du siehst, dass die Seitwärtsbewegung in den 60er / 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine hohe Ähnlichkeit mit der großen Seitwärtsbewegung nach der Jahrtausendwende aufweist.

Im Tief 2009 stand der S&P 500 bei 666,79 Punkten. Folgt wie damals eine 2.447,75 % – Rally müsste der Index rein rechnerisch bis zum Jahr 2035 auf 16.988 Punkte steigen. Aktuell steht der S&P 500 bei 2.121,97 Punkten.

Denke in 20 Jahren also an diesen Artikel zurück, wenn der S&P 500 tatsächlich auf 16.988 Punkten geklettert ist ;-)

Wir wissen es nicht. Keiner weiß es.

Trotzdem ist es sinnvoll solche Szenarien durchzuspielen, da diese sehr bildlich zeigen, dass an der Börse fast nichts unmöglich ist. Diese Spielereien bringen dich vom Denken in „vernünftigen“ Dimensionen in ein Denken in Visionen.

Fazit

Sei grundsätzlich unvoreingenommen, wenn du dich mit dem Aktienmarkt beschäftigst. Das scheinbar unmögliche passiert häufiger, als dies die Masse vermuten würde.

Verfolge aufmerksam die Aussagen anderer Marktteilnehmer. Sätze wie „das kann ich mir nicht vorstellen“ sollten dich aufhorchen lassen. Überprüfe, ob vernünftig erscheinende Prognosen und Erwartungen wirklich realistische Größen sind oder lediglich auf „Durchschnittsdenken“ beruhen.

Vieles lässt sich anhand vergangener Entwicklungen überprüfen.

In diesem Sinne: Denke in andere Dimensionen

Liebe Grüße,

Michael

 

Quelle der Charts: Tradesignal Online – Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Copyright © 2014 - 2018 gekyou GmbH • Alle Rechte vorbehalten.