So bringst du eine Struktur in deinen Vermögensaufbau

Lass uns heute über ein wichtiges Thema reden – sozusagen über das Grundgerüst aller deiner finanziellen Entscheidungen. Klingt wichtig? Ist es auch!

Denn wieviel Geld solltest du überhaupt in Aktien anlegen? Und macht es Sinn dein Erspartes auf dem kaum verzinsten Tagesgeldkonto rumlungern zu lassen? (Ja, auch das macht in Teilen Sinn. Dazu später mehr.)

Du bekommst sogar die offizielle Erlaubnis mit einem Teil deines Geldes zu „zocken“! ;-)

Wie du das richtige Maß findest und dein Geld sinnvoll verteilst, zeige ich dir in diesem Artikel.

 

Warum du eine flexible Struktur brauchst – denn das Leben ist lebendig

Hmm, flexible Struktur? Das klingt irgendwie ganz böse nach einem Widerspruch. Eine Struktur bringt Ordnung, aber ist häufig ziemlich starr.

Aber genau das ist gefährlich!

Fast immer lese ich in Finanzratgebern oder anderen Artikeln, dass man sein Vermögen beispielsweise zu x % in Aktien anlegen soll, dann noch ein bisschen Immobilien, und so weiter.

Das Problem an einer solch starren Struktur ist aber, dass sie total am Leben vorbeigeht.

Sofern sie überhaupt aktuell zu deinen Bedürfnissen passt, wird dein Leben in fünf oder zehn Jahren garantiert anders aussehen. Und entsprechend anders wird dann die ideale Einteilung deines Vermögens sein.

 

Wachstum vs. Sicherheit

Grundsätzlich haben wir alle zwei grundlegende Bedürfnisse. Auf der einen Seite ist der Wunsch nach Sicherheit.

Du willst nicht, dass sich dein Vermögen von dem einen auf den anderen Tag halbiert.

Du willst aber wahrscheinlich eine solide Absicherung, solltest du arbeitslos werden oder sollte deine Selbständigkeit nicht mehr laufen.

Sicherheit ist wichtig. Und diesen Punkt werden wir trotz Bestreben nach Freiheit und Wachstum nicht vernachlässigen. Es ist schön einen Ruheort zu haben, auch finanziell.

Auf der anderen Seite ist bei uns allen der Wunsch nach ständigem Wachstum. Wir wollen innerlich wachsen, im Leben vorankommen und natürlich wollen wir einen wachsenden Kontostand.

Wachstum ist wichtig. Ich habe mal gehört: Wer nicht wächst, der schrumpft. Und an diesem Spruch ist etwas Wahres dran.

Egal ob du eine Sprache lernst – sobald du aufhörst aktiv zu sprechen, wird dein Wortschatz wieder schrumpfen. Wenn du deine Muskeln nicht weiter trainierst, werden auch diese wieder schrumpfen.

Und so ist es auch beim Geld. Bleibe also am Ball, was deine Finanzen angeht.

 

Die vier Kategorien

Kommen wir aber jetzt konkret zu den vier wichtigen Kategorien, in die du dein Geld einteilen kannst. Zu Beginn musst du nicht direkt alle der vier Kategorien berücksichtigen.

Spätestens, wenn du mit deinem Vermögensaufbau schon weiter bist, solltest du aber alle vier Bereiche im Blick behalten.

Hier zunächst eine Übersicht:

Grafik - Flexible Vermögensstruktur

Diese Übersicht kannst du hier als PDF herunterladen.

 

Kategorie 1: Lebenshaltung

Klar, dieser Bereich betrifft uns alle. Egal ob du dich mit Geldanlage befasst oder nicht. Ich führe ihn trotzdem hier auf, denn dieser Kategorie solltest du einen festen Platz geben.

Hier geht es nicht um Wachstum. Das Geld aus diesem Bereich wird ja ständig entnommen: Zum Einkaufen, für den nächsten Urlaub usw.

Ich empfehle dir monatlich einen festen Betrag auf das Girokonto zu überweisen.

Dieses Geld kannst du auf kurz oder lang komplett ausgeben. Du musst also kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dir morgen einen Coffee-To-Go holst und kein Haushaltsbuch über deine Ausgaben führst. Solange du mit dem Geld auskommst, ist alles easy.

Am einfachsten ist es, wenn dein Gehalt auf einem anderen Konto eingeht und du dir wirklich nur einen Teil davon auf dein Konsumkonto überweist. So hast du alles klar getrennt und kommst gar nicht erst in Versuchung deinen Sparanteil auszugeben.

Sollte dein Gehalt hingegen auf dieses (einzige) Girokonto überwiesen werden, so lege direkt einen Dauerauftrag an, der jeden Monat einen festen Betrag in Kategorie 2 überweist. Dorthin gehen nämlich zunächst alle deine Ersparnisse.

 

Kategorie 2: Sicherheit

Frage dich als Nächstes:

Wie viel Sicherheit ist mir wichtig?

Sicherheit bedeutet auch immer Rendite-Verzicht. Dafür baust du dir aber ein Finanzpolster auf, das dir bei unvorhersehbaren Ereignissen Sicherheit gibt.

Wie hoch dieser Anteil an deinem Vermögen sein sollte, hängt von deiner individuellen Situation und deinem Bedürfnis nach Sicherheit ab. Das kann sich im Laufe deines Lebens immer wieder ändern, so dass du diesen Bereich immer wieder überprüfen solltest.

Hier einige Beispiele:

  • Robert ist Student, wohnt noch bei seinen Eltern und wird nach seinem Studium wahrscheinlich ein gutes Einkommen haben. Er hat bisher kein großes Vermögen, das er aufs Spiel setzt. Mögliche Verluste könnte er mit seinem späteren Einkommen schnell kompensieren. Er entscheidet sich dazu, sich direkt auf die Bereiche „Wachstum“ und „Turbo“ zu fokussieren und erst mit seinem späteren Einkommen ein Sicherheitspolster zu schaffen.

 

  • Tina ist selbstständig und hat beruflich mit der Börse zu tun. Sie wäre ziemlich abhängig von der Entwicklung an den Aktienmärkten, würde sie nun auch noch ihr ganzes Vermögen dort investieren. Sie hat sich eine Eigentumswohnung gekauft und ein Finanzpolster angespart, von dem Sie mehrere Jahre leben könnte. Im Falle eines Scheiterns ihrer Selbstständigkeit, hätte sie ein ausreichendes finanzielles Polster, um etwas Neues aufzubauen.

 

  • Sebastian ist Beamter. Er hat Spaß an seinem Job und vertraut darauf, dass er in den nächsten Jahren weiterhin ein gutes Einkommen haben wird. Er hat sich somit nur ein kleines sicheres Polster geschaffen, und legt sein Geld ansonsten vorwiegend in Aktien und anderen Produkten an, die ihm eine gute Rendite bringen.

Du siehst allein an diesen drei Beispielen, wie unterschiedlich die Lebensumstände bei uns Menschen sein können. Es gibt daher keinen allgemeingültigen Prozentsatz oder x-Monatsgehälter, die du zurücklegen solltest.

Zudem kann es sein, dass sich im Laufe deines Lebens alles komplett ändert. Vielleicht bist du zuerst in der Situation des Studenten, dann in der Situation des Angestellten und einige Jahre später baust du dir ein eigenes Unternehmen auf. Es ist wichtig, hier flexibel zu denken.

In welcher Situation bist du? Wie sehen deine Pläne für die nächste Zukunft aus? Wie lange möchtest du von deinem Geld leben können, falls dein Arbeitseinkommen wegfällt? Dies sind einige Fragen, die du dir zu diesem Thema stellen solltest.

In der Übersicht findest du einen kurzen Überblick zu den sicheren Anlagen.

 

Kategorie 3: Wachstum

Hier fängt es an Spaß zu machen :-)

Wenn du ein ausreichend großes Sicherheitspolster hast, fokussierst du dich immer stärker aufs Wachstum. Überschüssiges Geld (wenn dein Sicherheitsbereich „voll“ ist) lässt du also sozusagen in die Bereiche Wachstum und Turbo überschwappen.

Der Bereich Wachstum soll langfristig solide wachsen. Investiere hier in Anlageformen, die Rendite bringen, welche aber nicht hochriskant sind.

Also zum Beispiel:

  • Langfristiges Aktiendepot
  • ETFs
  • Vermietete Immobilie(n)
  • Hoch-verzinste Anleihen
  • Konservatives Trading
  • etc.

Dieses Kapital wird langfristig für dich arbeiten. Je größer der Bereich Wachstum ist, desto mehr wird dein Einkommen von Zinsen, Dividendenerträgen, Mieteinnahmen oder Entnahmen durch Kursgewinne bestimmt.

Das langfristige Ziel: Mache dich unabhängig von deinem Arbeitseinkommen – oder lasse zumindest den Anteil an deinen Kapitaleinkünften immer größer werden.

 

Kategorie 4: Turbo

Und es macht noch mehr Spaß ;-)

Beim Bereich Wachstum solltest du immer vernünftig und rational bleiben. Austoben darfst du dich dagegen im Turbo-Bereich.

Eine Warnung vorweg: Du wirst hier mit hoher Wahrscheinlichkeit auch herbe Verluste erleiden! Aber wahrscheinlich wirst du auch einige Volltreffer landen oder aber zumindest wichtige Erfahrungen sammeln.

Im Bereich Turbo kannst du dich ausprobieren, neue Strategien testen, deine „finanzielle Intelligenz“ erweitern und auch hochspekulative Dinge riskieren.

Das ist deine Spielwiese, welche du aber klar abstecken solltest, um nicht den Abhang hinunterzufallen.

Das heißt im Klartext: Weise dem gesamten Bereich nur so viel Kapital zu, so dass dich ein möglicher Totalverlust dieses Geldes nie ruinieren wird und du immer gut schlafen kannst!

Als Richtschnur würde ich nicht mehr als 10 – 20 % deines Gesamtvermögens dem Bereich Turbo zuordnen. Wird der Anteil zu groß, ziehe Geld ab und investiere es im Wachstums-Bereich.

Aber auch von dieser Richtschnur gibt es Ausnahmen: Stell dir den Studenten vor, der mit wenig Geld rumspielt und so gesehen nicht viel zu verlieren hat. Verzockt er sich, hat er diese kleine Delle durch seinen späteren Verdienst schnell wieder aufgeholt.

Auch ich habe als Student gezockt :D

Als Student war mein Turbo-Bereich weit größer als 20 %. Aber spätestens bei einem größeren Vermögen solltest du auf eine klare Grenze achten.

Womit du so spielen darfst – hier ein paar Beispiele:

  • Trading mit Hebelprodukten
  • CFDs
  • Optionsscheine
  • Crowdfunding
  • Risikokapital (für eigenes Firma)
  • etc.

 

Fazit:

Bevor du mit dem Investieren beginnst, stecke erstmal dein Grundgerüst ab. Das ist wichtig, denn ohne einer solchen Struktur schwimmen deine Aktien irgendwo in einem großen Ozean herum und du verlierst den Blick für das Wesentliche.

Mache dir bewusst, wie viel Geld du monatlich zum Leben brauchst (überschlage dabei auch jährliche Kosten). All das kommt in den Bereich „Lebenshaltung“. Das Geld kannst du guten Gewissens ausgeben.

Das restliche Geld verteilst du auf die anderen drei Bereiche. Am einfachsten ist es, wenn du dir überlegst, wie groß dein Sicherheits- sowie dein Turbobereich zurzeit sein sollte.

Reflektiere dazu, welches Sicherheitsbedürfnis du hast.

Und für den Turbo-Bereich macht es Sinn, direkt einen kleinen Teil deines Vermögens zu reservieren. Denn hier sammelst du wichtige Erfahrungen.

Der ganze Rest kommt dann in den Wachstumsbereich, welcher langfristig deine wichtigste Säule werden sollte.

So, das war jetzt eine Menge Input. Ich hoffe, dir raucht der Kopf ;-)

Bis bald,

Dein Michael

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