März 12, 2020

Hey,

irgendwie scheint die Welt gerade Kopf zu stehen und im absoluten Ausnahmezustand zu sein.

Hier in Düsseldorf läuft das Leben – zumindest oberflächlich – noch halbwegs „normal“. Ich sitze gerade entspannt in einem Café / Workspace, aber die Stimmung da draußen ist schon seltsam.

Gestern habe ich mit einem Freund aus Norditalien geschrieben – und was er mir berichtet hat, ist schon gruselig und macht Gänsehaut.

Und dann sehe ich das Ganze natürlich immer auch durch die Brille des Börsianers in mir :-) Der DAX ist heute unter die 10.000er Marke gerauscht. Ja, auch die Börse befindet sich gewissermaßen im Ausnahmezustand.

Aber ist das wirklich so ungewöhnlich, was da passiert? Solche Phasen kommen zwar nicht häufig vor, die Psychologie dahinter ist aber immer wieder sehr, sehr ähnlich.

Am Montag schrieb ich im Trading-Minimalist:

„Ganz ehrlich: Die Lage scheint zwar kurzfristig panisch zu sein, übergeordnet sind mir die Marktteilnehmer aber ehrlich gesagt immer noch zu zuversichtlich. Und wie wir wissen geht die Börse oft den Weg des größten Schmerzes.“

Der heutige Durchbruch unter die 10.000er Marke passt damit gut ins Bild. Viele Anleger achten auf solch runde Marken. Vielleicht bewirkt der Durchbruch, dass die Stimmung bei den Marktteilnehmern endlich nachhaltig kippt – bisher war dies nämlich trotz der kurzfristigen Panik nicht der Fall.

 

Achte auf die Stimmung!

Und das ist auch eine der sinnvollsten Dinge, die du bei Märkten im Ausnahmezustand tun kannst: Achte auf die Stimmung!

Höre genau hin, was Analysten erzählen, was der nette Börsen-Kommentator im Fernsehen sagt und was die Zeitungen über den Markt schreiben. Wie ist die Stimmung in Börsenforen und Facebook-Gruppen? Was sagen Experten in Interviews?

Es geht nicht darum irgendeiner Expertenmeinung zu folgen – ganz im Gegenteil! Ich versuche im Hier und Jetzt herauszufinden, wie die wahre Stimmung am Markt ist. Denn das ist eine der wenigen Dinge, die wir wirklich beurteilen können.

Du hast wahrscheinlich auch nicht diese begehrte Glaskugel, mit der du in die Zukunft blicken kannst. Ich habe sie jedenfalls noch nicht gefunden :-)

Mit anderen Worten: Wir wissen einfach nicht, wie sich das Ganze entwickelt!

Wir wissen nicht, welche Entscheidungen die Politik treffen wird. Wir wissen nicht, ob die Corona-Krise in eine neue Finanzkrise abgleitet. Wir wissen nicht, ob sich in zwei Wochen noch eine neue Unbekannte auftut oder sich ein neuer Brandherd entwickelt.

 

Ich weiß, dass ich es nicht weiß

Viele Börsianer meinen Dinge zu wissen. Aber viel wichtiger wäre die Erkenntnis: Ich weiß, dass ich es nicht weiß. Wer sich dies eingesteht, ist einen großen Schritt weiter.

Aber wir können auf das schauen, was IST: Die Stimmung und die Charts.

Und wenn du genau hingehört hast, konntest du zuletzt bei den Menschen einfach (noch) keine Panik erkennen. Viele reden vom Börsencrash und von Panik (und kurzfristig mag das stimmen). Übergeordnet sehe ich jedoch ein anderes Stimmungsbild.

Hier mal zusammengefasst ein paar Statements, die ich zuletzt in etwa so gehört habe:

  • „Langfristig geht die Börse immer nach oben.“
  • „Anleger können Kursrückgänge zum Kauf nutzen.“
  • „Anleger sollten jetzt Ruhe bewahren und die Kursverluste durchstehen.“

Panik hört sich anders an oder?

Gerade die in Mode geratene Szene des Passiven Investierens ist weiterhin „vernünftig“ und hält an ihren Grundsätzen fest. Und genau diese Gruppe habe ich gerade im Visier :-)

 

Gleich geht's weiter mit dem Artikel ...

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Was ist der psychologische Zweck des Crashs?

Dabei hat jeder Kurseinbruch aus Stimmungssicht einen ganz bestimmten Zweck: Die unsicheren Hände sollen aus dem Markt gekegelt werden.

Die Börse ist da erbarmungslos!

Sie reizt den Schmerz durch Kursverluste somit immer mehr aus, bis auch die Hartgesottenen ihre Zweifel bekommen. Natürlich werden viele erfahrene Börsianer dieses Muster erkennen und sind damit weniger gefährdet dieses Spiel zu verlieren. (Wobei auch wir alten Börsenhasen immer wieder von der Börse herausgefordert werden und manchmal auf sie hereinfallen).

Ich denke in der aktuellen Situation aber in erster Linie an die „Newbies“.

Um es ganz konkret zu machen: In den letzten Jahren wurde das Passive Investieren immer populärer und ist zum Mainstream geworden. Viele Unerfahrene sind in den letzten Monaten den passiven Gurus gefolgt, haben investiert und haben (noch) großes Vertrauen in diese Investment-Philosophie.

Und ich glaube, genau diese „Zielgruppe“ hat die Börse im Visier. Es klingt gemein, aber wahrscheinlich ist es notwendig, dass diese unerfahrenen Hände aus dem Markt gedrängt werden, ehe es nachhaltig dreht. Und wenn dies der Börse nicht im aktuellen Crash gelingt, dann wird sie es ein anderes Mal auf eine andere Art und Weise versuchen.

Das ist das psychologische Muster der Börse, dass sich immer wieder wiederholt. Es ist das alte Spiel der Börse. Das ist die Psychologie, wenn du in die Tiefe blickst.

Die Nachrichten rund um Corona sind so gesehen die Oberfläche. Und aus herkömmlicher Sicht stimmt es natürlich, dass diese Gemengelage zum Crash geführt hat. Aber wäre Corona nicht gewesen, wäre aus Sicht dieser tieferen Psychologie irgendwann etwas anderes eingetreten. Vielleicht noch nicht jetzt, aber irgendwann wäre der Zyklus reif gewesen, genau dieses Spiel zu spielen.

Die entscheidende Frage ist jetzt: Hat die Börse ihr „Ziel“ schon erreicht? War der Kursrutsch bereits ausreichend um den Markt möglichst großflächig von den unsicheren Händen zu bereinigen?

Diese Fragen stelle ich mir, wenn ich auf die Stimmung blicke. Das wird besonders in den nächsten Tagen interessant. Vielleicht hat der heutige Rutsch unter die 10.000er Marke schon etwas bewirkt. Das werde ich jetzt beobachten.

Ansonsten hängt an der Oberfläche natürlich vieles von den weiteren Nachrichten ab. Aber wie gesagt: Die Glaskugel habe ich einfach noch nicht gefunden :-)

Bis dahin bleibe ich bei meiner Strategie: Ich blicke auf die Charts, beurteile die Stimmung, schätze Wahrscheinlichkeiten ab und gehe entsprechend schrittweise und behutsam vor.

Denn ich weiß, dass ich es nicht weiß :-)

Dir weiterhin alles Gute im aktuellen Marktgeschehen!

Liebe Grüße,

dein Michael

P.S.: Wenn du mehr von mir zum Aktienmarkt erfahren möchtest, schau mal beim Trading-Minimalist vorbei.

 

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About the author 

Michael Jansen

Mit 14 Jahren entdeckte ich die Börse als große Leidenschaft. Ich machte meine Passion zum Beruf. Doch statt Großraumbüro folgte ich dem Ruf der Freiheit, begann als Digitaler Nomade zu reisen und habe mir ein vierstelliges monatliches Grundeinkommen aufgebaut. Beim Finanzgecko gebe ich mehr als 20 Jahre Erfahrung an dich weiter.

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